Ein zentrales Problem sieht Tina Kammer darin, dass Kreislaufwirtschaft häufig erst berücksichtigt wird, wenn die Planung bereits abgeschlossen ist. Dann sind die Möglichkeiten begrenzt. Deshalb müssen Ziele und Strategien bereits zu Projektbeginn festgelegt werden. Auch an Hochschulen dürfe Nachhaltigkeit kein Zusatzfach sein, sondern müsse in alle Fachbereiche integriert werden.
Bestehendes als Ressource begreifen
Wie viel Potenzial in der Wiederverwendung steckt, zeigen bereits zahlreiche Beispiele aus der Praxis. Unternehmen können aufgrund von Analysen ihre Prozesse optimieren, Abfälle reduzieren und neue Geschäftsmodelle entwickeln, die gewährleisten, dass Ressourcen im Kreislauf geführt werden. Wichtig ist laut Kammer, Bauteile so zu planen, dass sie später wieder getrennt und verwendet werden können – das bedeutet, dass der gesamte Lebenszyklus mitgedacht werden muss. Dafür brauche es Wissen, Kreativität und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Denn im zirkulären Bauen gibt es nicht die eine Lösung, sondern viele individuelle Ansätze.
Fazit
Zirkuläres Bauen braucht vor allem ein Umdenken: Materialien müssen als wertvolle Ressourcen betrachtet und ihre Wiederverwendung frühzeitig in die Planung integriert werden. Dafür braucht es klare Ziele, neue Prozesse und den Mut, Bestehendes weiterzudenken. Die vielen positiven Beispiele zeigen, dass es nicht die eine Lösung gibt – sondern zahlreiche Wege, Bauen nachhaltiger zu gestalten.
Das gesamte Interview im Video:
Aufnahme und Schnitt: Lucas Kühn



