Es gibt eine Vielzahl an Nachweisen, Berechnungsgrundlagen und Zertifikaten, um uns bei der Beurteilung zu unterstützen. Inzwischen ist ein Zertifizierungsmarkt entstanden durch den viel Geld verdient wird. Die Vielzahl der Green-Labels, die größtenteils auch von der Industrie ins Leben gerufen worden sind, bringt aber oft anstelle von Orientierung eher Verwirrung. So hat jedes Label seine eigenen Kriterien, die mitunter nicht vergleichbar sind. Zusätzlich gibt es gesetzliche Richtlinien über Richtwerte, Zielwerte, Referenzwerte, Eingriffswerte, Orientierungswerte. Der Versuch Nachhaltigkeit messbar zu machen und damit wissenschaftlich zu untermalen, kann Vertrauen und Glaubwürdigkeit vermitteln. So werden CO2 Footprints errechnet und Ökobilanzen erstellt. Das kostet den Hersteller zwar viel Geld, hat aber zusätzlich den Vorteil die positiven Ergebnisse in seine Unternehmenskommunikation und in seine Marketingmaßnahmen zu integrieren.

Doch welcher Versuch auch unternommen wird, um uns als Kunden Orientierung und Sicherheit zu vermitteln, er scheitert an der Komplexität von Nachhaltigkeit und der unklaren Gewichtung zwischen ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Aspekten der Nachhaltigkeit. Beim Thema Innenraum kommt dazu, dass die einzelnen Bauteile geprüft werden. Ein Raum besteht aber aus Boden, Decke und Wänden und Möbeln. Die Kombination der Materialien und deren Inhaltstoffe bergen aber erst den gesundheitsschädlichen Cocktail. Hier bedarf es Erfahrung und das Wissen um Eigenschaften von Materialen.

Letztendlich ist die Bandbreite der Beweisführung nachhaltiger Produktion und Unternehmensstrukturen so groß, dass selbst für Fachkundige Fragen bleiben: Wo liegt die Bemessungsgrundlage? Was würde mit welcher Gewichtung eingerechnet? Wurden negative Kriterien durch positive ausgeglichen? Ist der gesamte Produktionsprozess samt Zulieferer in die Berechnung eingeflossen?

Nachhaltigkeit wird immer ein Grenzgang bleiben. Zu viele Faktoren und zu viele Meinungen treffen hier aufeinander. Es gibt kein „richtig“ und kein „falsch“ und eine aussagekräftige, fundierte Definition fehlt. So ist es immer auch Auslegungssache ab wann ein Ding wie nachhaltig ist.

Wir haben nachfolgend einige der in unserem Sinne relevanten Zertifikate für Sie zusammengestellt.

 

Das eco-INSTITUT in Köln, zertifiziert besonders schadstoff- und emissionsarme Bau- und Einrichtungsprodukte sowie Möbel, Matratzen und Bettwaren mit dem eco-INSTITUT-Label. Eine Bewertung der Inhaltsstoff-Volldeklaration, sowie umfangreiche und strenge Emissions-, Inhaltsstoff- und Geruchsprüfungen nach einer unabhängigen Probenahme im Herstellwerk sind Zertifizierungsvoraussetzungen. Das Zertifikat ist zwei Jahre gültig. Jährlich erfolgt eine Konformitätskontrolle bei der die Produktzusammensetzung erneut abgeglichen wird. Vollständige Nachprüfungen im Labor erfolgen alle 2 Jahre zur Verlängerung der Zertifizierung.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die ausführliche Liste von Emissionsgrenzwerten für kritische Substanzgruppen und Einzelsubstanzen, die unter anderem mindestens auch die deutschen Innenraumrichtwerte RW I umfassen. Die Kriterien werden regelmäßig bei Neueinstufungen von Substanzen aktualisiert und neben der Beschreibung des Zertifizierungsprozesses und orientierender Kosten auf der Internetseite veröffentlicht. Jedes ausgezeichnete Produkt erhält das Prüfzeichen mit einer individuellen Identitätsnummer, so dass die Gültigkeit von Verbrauchern und Planern auf der Internetseite nachvollzogen werden kann. Das eco-INSTITUT ist ein nach ISO/IEC 17025 akkreditiertes unabhängiges Prüflabor.

www.eco-institut.de


Der internationale Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen – natureplus e.V. gründet sich auf einen breiten Trägerkreis aus Umweltorganisationen, Verbraucherberatungsstellen und Prüfinstituten sowie führenden Firmen und Verbänden aus Industrie und Handel. Der Verein versteht sich als Wegweiser zu nachhaltigen Bauprodukten und bietet Bauprofis und Verbrauchern transparente und wissenschaftlich fundierte Daten und Informationen zu nachhaltigen Bauprodukten.

In diesem Sinne zeichnet das natureplus-Produktlabel europaweit herausragende Baustoffe auf nachwachsender oder mineralischer Rohstoffbasis aus, die sich der regelmäßigen Qualitätsprüfung unterziehen. Dabei ist das Ziel, ein Produkt ganzheitlich zu bewerten und sowohl technische Aspekte, wie auch ökologische und soziale Parameter mit einzubeziehen. Das Gütezeichen ist ein transparentes Planungswerkzeug für Architekten, Handwerker und Bauherren und Wegweiser zu gesunden Lebensräumen.

www.natureplus.org