Die Ausgangssituation

Den ehemaligen Geräteschuppen fanden wir in erstaunlich gutem Zustand, sodass nur kleinere Reparaturmaßnahmen am Dach durchgeführt werden mussten. Er ist Teil des Gebäudeensembles des Garnisonsschützenhaus und im Besitz der Stadt Stuttgart.

Die Herausforderung für die Umsetzung war ein sehr knapper Zeitplan- und Budgetplan wie auch die Umsetzung durch freiwillige Helfer, die fachfremd im Einsatz waren.

Die Konzeption der Ausstellung

Trauerkultur ist in Deutschland ein wenig beachtetes Thema, das vornehmlich durch die Kirchen behandelt wird. Eine Ausstellung abseits der Kirchen und religiöser Aspekte an einem neutralen Ort zu platzieren, sahen wir als große Chance auch gestalterisch neue Wege einzuschlagen.

Die Kuratorin Maike Sander veranstaltet seit vielen Jahren Workshops zum Thema Trauerkultur in Schulen. Sie geht den Fragen nach: Welche Vorstellungen vom Jenseits gibt es heute? Welche gab es früher? Was tröstet uns? Wie gehen andere Kulturen und Religionen mit dem Tod um? Was ist ein Totentanz und was haben Goethe und LEGO damit zu tun? Und warum bekommen mexikanische Kinder bunte Totenköpfe aus Zucker geschenkt?

Unsere Aufgabe bestand darin dieses sensible und auch tabuisierte Thema räumlich umzusetzen und eine inhaltliche Auseinandersetzung in Gang zu setzen. Um diese Erlebniswelten zu schaffen und temporär zu installieren, stand uns ein alter, nur grob gereinigter Holzschuppen zur Verfügen, der durch Trennwände in 9 Parzellen unterteilt ist.

Diese Unterteilung wurde für die Ausstellung genutzt, die thematisch in 9 Themen unterteilt wurde. Die stark rustikal anmutenden  Räume wurden durch weiß bespannte Wände beruhigt, die die Ausstellung umrahmen. Sie bilden einen gekonnten Kontrast zu der rauen Holzkonstruktion des Schuppens. Alle eingezogenen Wände und das Mobiliar sind in Weiß gehalten und bringen das Thema “Tod” so auf eine neutrale Ebene. Die weißen Elemente bilden die Präsentationsflächen und geben den Exponaten den nötigen Raum. Die aus Budgetgründen fehlende Lichtgestaltung wird durch die weißen Flächen ausgeglichen, sodass die temporär eingebrachte Basisbeleuchtung für ausreichend Licht sorgt.

Das Resultat

Eine Ausstellung braucht Raum und die Exponate eine Bühne. Die Ausstellungskonzeption wurde von uns ehrenamtlich für den Verein „Garnisonsschützenhaus – Raum für Stille“ in Stuttgart entwickelt.

Durch die sehr enge Zusammenarbeit mit der Kuratorin der Ausstellung ist das Ergebnis als Gemeinschaftsarbeit mit meinlebenlang* zu sehen.

Gewehr und Café – Geschichte der Dornhalde

Schmuck und Gefühl  – Trauerkultur in Deutschland im Jahr 1898


Zucker und  Licht –
Vom Diesseits zum Jenseits

Leben und Tod – Philosophie

Dachs und Tulpe – Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Leib und Seele – Gebildbrote und Speisen zu Allerseelen

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