md Kolumne InteriorPark.

Total lokal? Fairnunft siegt!

Nicht nur im täglichen Miteinander, bei Sport und Spiel und im Beruf: fair geht auch im Handel vor!

Unser Konsumverhalten bestimmt in einer langen, teils unüberschaubaren Produktionskette das Leben vieler Menschen, die wir nie persönlich sehen werden. Nicht selten arbeiten sie zu Hungerlöhnen und unter gesundheitsschädigenden Bedingungen, damit hiesige Händler und Käufer von günstigen Angeboten profitieren.

Zum Glück wird nach und nach in einem langwierigen Prozess ein Bewusstsein für diesen Missstand geschaffen: Ging in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts noch eine Handvoll Andersdenkender in damals entstehende Bio – oder Weltläden, sind es heute vergleichsweise Heerscharen, die in – nun schon – Biosupermärkte pilgern und sich Gedanken machen über die Herkunft und die Produktionsbedingungen unserer Nahrungsmittel, Möbel, Kleidung und weiteren Gebrauchsgegenständen.

Fair Trade nennt sich das Schlagwort und meint damit kontrollierten Handel, bei dem den Erzeugern ein bestimmter Mindestpreis bezahlt wird. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass die Arbeitsumstände der herstellenden Erzeugerfirma sozial- und gesundheitsverträglich sind, keine Kinderarbeit stattfindet und Gleichberechtigung herrscht. Auf Transparenz, auch in Sachen Umweltschutz, wird Wert gelegt. Eine allgemeingültige und feste Definition gibt es aber nicht. Stand zu Beginn vorwiegend der Nahrungsmarkt im Fokus, geht es heute zunehmend um alles, was uns umgibt, was wir anziehen, womit wir uns einrichten, worin wir uns fortbewegen etc.

Fair zu handeln bedeutet mit Vernunft zu produzieren, zu kaufen und zu verkaufen. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Die Zusammenarbeit mit lokalen Anbietern – hier wie dort – unterstützt ortsansässige, traditionelle Handwerksbetriebe, erhält Arbeitsplätze und erspart unnötige Transportwege. Infrastrukturschwache Gebiete haben so die Möglichkeit ihren Bewohnern Einkünfte zu sichern und eine Zukunft aufzuzeigen. Ein lokal produziertes Produkt verhilft auch zu einer hohen Identifikation – wer sitzt zum Beispiel nicht gerne auf einem im Bregenzer Wald hergestellten Sofa oder liest im Licht einer Lampe aus heimatlichen Gefilden? Und dass die aus Indien stammenden Sofakissen auch mit dort heimischer Seide vor Ort bestickt wurden, ist mehr als sinnstiftend.

So gehen wir in Sachen ökologischem Fußabdruck einer kleineren Schuhgröße Schritt für Schritt entgegen!