Die Motivation hinter dem Thema Recycling ist heute zweifelsohne die Vermeidung von Müll und der bewußte Umgang mit unserer Umwelt. Bei den ersten Recycling Ansätzen in den 20er Jahren stand jedoch nicht das Umweltbewusstsein im Vordergrund. Künstler und Designer setzten sich mit dem Umwidmen von Möbeln und deren Materialien, den sogenannte Readymades, auseinander. Alltagsgegenstände wurden fast unverändert zu Kunst erklärt. Zu einem der bekanntesten Künstler dieser Strömung zählte Marcel Duchamp, der 1917 industriell gefertigte Keramik-Urinale zu Kunstobjekten ernannte. In den 50er Jahren wurde die Herstellung und Nutzung von Möbeln neuinterpretiert. Mit dem Hocker Mezzadro, aus einem alten Traktorsitz konstruiert, machten die Gebrüder Castiglioni den Anfang und schufen damit einen Design Klassiker. Mit dem Zweckentfremden von Industrieabfällen beschäftigte sich in den 80er Jahren eine ganze Generation von Designern. Einer der führenden Köpfe war Ron Arad. Er gründete die Galerie One Off in London und arbeitete in den folgenden Jahren unter anderem mit Tom Dixon und Danny Lane. Heute befinden sich Innovationen der Wiederverwertung auf hohem gestalterischen Niveau. Sich klar abhebend von der Massenproduktion setzen sich sich mehr und mehr durch und erzählen spannende Geschichten.