FOGS LIFESTYLE

Online Portal, 25. April 2013

Welche Motivation war ausschlaggebend dafür, InteriorPark. zu gründen?

Tina Kammer: Die Idee entwickelte sich aus unseren Lebenswegen. Ende der 80er Jahre habe ich als Möbelschreinerin angefangen mich für nachhaltige Materialien zu interessieren, die in hochwertigem Design umgesetzt werden. Später als Architektin habe ich die Entwicklung der Nachhaltigkeitsszene weiter verfolgt, konnte diese aber leider nicht direkt beruflich anwenden. Da war es eine logische Konsequenz sich mit diesen Themen selbstständig zu machen. Praktischerweise kommen Andrea und ich aus ganz unterschiedlichen Bereichen – als Vorstandsassistentin großer Unternehmen hatte sie Einblicke in Strukturen und deckt den organisatorischen Bereich ab. Wir ergänzen uns also bestens.

Andrea Herold: Das Netzwerk zu Designern aus ganz Europa haben wir uns über Jahre aufgebaut. Viele der innovativen Produkte sind in Designmuseen oder auf Messen weltweit zu bestaunen, aber nicht einfach zu kaufen. Das fanden wir schade und haben diesen Designern eine Plattform geschaffen ihre Möbel und Wohnaccessoires anzubieten und die Geschichten hinter den Designs zu erzählen, um sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Wie lautet Ihr Erfolgsrezept?

Tina Kammer: Die Kombination aus Design und Nachhaltigkeit, Anspruch und Qualität ist einzigartig. Wir legen großen Wert auf ein ausgewähltes Sortiment und nehmen uns viel Zeit dafür. Die Produkte werden sehr stilvoll präsentiert. Unser Know-How zeigt sich auch in unseren Projekten, Vorträgen und Workshops.

InteriorPark. in vier Worten?

Außergewöhnlich. Ehrlich. Innovativ. Zukunftsweisend.

Welche Gründe gibt es – aus Konsumentensicht – Möbel und mehr bei InteriorPark. zu kaufen?

Andrea Herold: Weil der Kunde bei uns bestes Eco Design findet. Wir erzählen die spannenden Geschichten, die hinter jedem Produkt stehen und die es zu etwas Besonderem machen. Transparenz ist dabei sehr wichtig: Welche Materialien wurden verarbeitet? Wo kommen diese her? Wo wird hergestellt? Steht ein Fair Trade Projekt dahinter? Kann das Produkt recycelt werden? Unsere Kunden erfahren alle Details und bekommen dadurch mehr als „nur“ ein Produkt.

Tina Kammer: Bei InteriorPark. finden Kunden sehr ausgefallene Produkte, die es nicht an jeder Ecke und in jeder Hauptstraße dieser Welt gibt. Unser Sortiment steht für einen individuellen Lebensstil.

Worauf legt InteriorPark. bei der Produktion am meisten wert?

Tina Kammer: Das kommt auf das einzelne Produkt an und kann sehr unterschiedlich sein. Die verwendeten Materialien spielen eine große Rolle. Dann wo es hergestellt wird und von wem – es gibt großartige Fair Trade Projekte in Drittweltländern, die dadurch ihren Lebensunterhalt selbst sichern können. Daneben gibt es traditionelle Manufakturen in Deutschland und den Nachbarländern, die Handwerkstechniken hochqualitativ umsetzen oder neue technische Innovationen einsetzen. Der Transport schlägt sich CO2 Fußabdrucks nieder – deshalb werden alle Produkte, die bei InteriorPark. angeboten werden, direkt vom Hersteller bzw. Designer an unsere Kunden geschickt. Das spart unnötige Transportwege.

Gibt es Zukunftspläne für InteriorPark. und wenn ja, wie sehen diese aus?

Andrea Herold: Jede Menge! Wir haben uns viel vorgenommen für 2013. InteriorPark. wird ständig erweitert und ausgebaut. Es gibt immer wieder Anfragen zu einem eigenen Showroom. Unser Ziel ist es die bekannteste Plattform für Eco Design zu werden. Die beste sind wir jetzt schon.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wir inflationär verwendet. Was bedeutet „Nachhaltigkeit“ für Sie?

Andrea Herold: Ursprünglich stammt der Begriff aus der Forstwirtschaft und sagt aus, dass nicht mehr Bäume gefällt werden wie nachwachsen können. Seit den 90er Jahren ist es gängig Nachhaltigkeit in die drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales zu unterteilen. Bei Produkten gibt es verschiedene Kriterien aus denen sich die Nachhaltigkeit zusammensetzt – Materialien, Herstellung, Transport usw. Wir haben deshalb eigene Eco Icons entwickelt, die transparent einzelne Kriterien darstellen und jedem Produkt zugeordnet sind.

Was tun Sie persönlich für einen nachhaltigen Lifestyle?

Tina Kammer: Wir informieren uns ständig über neue Entwicklungen und Hintergründe. Das betrifft sowohl politische, gesellschaftliche als auch fachliche Themen. Mittlerweile ist alles so komplex, dass es selten ein Schwarz und Weiß gibt. Also bleibt nur zu hinterfragen und mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen. Welche Konsequenzen das für den eigenen Lifestyle hat, muss letztendlich jeder für sich entscheiden.

Andrea Herold: Oft wird bewusster Konsum mit Verzicht gleichgesetzt – da sind wir völlig anderer Meinung. In vielen Fällen ist es sogar eine Bereicherung. Natürlich sind wir auch nicht unfehlbar, aber wir alle sollten uns immerhin darüber bewusst sein, was unsere Entscheidungen für Konsequenzen haben und auch die Chancen in anderen Sichtweisen und Wandlungen wahrnehmen.

Inwiefern könnte sich das Konzept eines nachhaltigen Lifestyles in Zukunft verändern?

Tina Kammer: Es gibt keine Alternative zum Wandel in unserer Gesellschaft. Wir haben eine komplexe Welt erschaffen und für unsere Bereiche stellen sich da spannende Fragen: Wie sehen die Räume aus in denen wir leben, wohnen und arbeiten werden? Was bedeutet das für Architekten und Designer? Welche Chancen bieten sich für Unternehmen? Wie gehen wir mit den Konsequenzen des Klimawandels um? Das kann endlos fortgesetzt werden…